Besichtigungstour durch Kempten

Am Freitag, den 21.11., traf sich um 17:30 Uhr ein Großteil der Chorgemeinschaft samt Anhang zu einer Unternehmung der etwas anderen Art: Innerhalb von ca. 6 Stunden wollten wir fünf Einrichtungen bzw. Firmen in Kempten besuchen und bei deren Arbeit zuschauen. Dolf, der das Ganze organisiert hatte, dachte dabei nicht so sehr an intensive Führungen, sondern eher an ein "Reinschnuppern" und ein wenig "über die Schulter schauen". Alles andere hätte den engen Zeitrahmen zu sehr gesprengt.

Den Beginn machten wir im Müllheizkraftwerk in Ursulasried. Im Inforaum für Besucher erzählte uns Herr Bergmann zunächst etwas zur Geschichte der Müllverbrennung in Kempten und wie es zum Neubau im Jahr 1996 kam. In einem Video bekamen wir anschließend einen guten Einblick in die Arbeitsweise des MHKW 2000, das zu den modernsten in Europa gehört. Als wir dann zu einer Führung durch das Werk aufbrechen sollten, mussten wir auf diese leider verzichten, da schon der nächste Programmpunkt wartete.

Dieser war dann das Briefverteilungszentrum. Hier konnten wir sehen, dass bei allen tollen Maschinen, die Tausende von Briefsendungen in kurzer Zeit erfassen, stempeln, sortieren und weiterleiten, immer noch viel Handarbeit notwendig ist. Da die meisten Briefe immer noch von Hand beschrieben werden und in den verschiedensten Größen und Farben daherkommen, muss der Mensch erst einmal eine Vorsortierung durchführen, um der Maschine ihre Arbeit reibungslos zu ermöglichen. Was auf den ersten Blick wie ein Chaos aus einer Unzahl von Behältern, Bändern und Containern aussieht, ist eine wohl durchdachte Struktur, die von den vielen Mitarbeitern anscheinend problemlos beherrscht wird.

Vom Norden Kemptens wechselten wir anschließend in den Süden, wo wir dem Stellwerk im Hauptbahnhof einen Besuch abstatteten. Dieses Gebäude wurde zusammen mit dem Hauptbahnhof im Jahre 1969 gebaut. Die technische Einrichtung stammt aus dem Jahr 1973, ist aber immer noch voll einsatztauglich, wenngleich sie stellenweise schon etwas angejahrt aussieht. Auf einem großen Stellpult sind sämtliche Gleisstrecken im und um den Bahnhof zu sehen und per Knopfdruck zu schalten. Die Fahrdienstleiter, die dort im Schichtbetrieb arbeiten, haben eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe; denn von ihnen hängt es zum großen Teil ab, dass der Zugbetrieb im Allgäu reibungslos vonstatten geht.

Die vierte Station unserer Tour war die Feuerwehr in Kempten. Hier konnten wir den modern eingerichteten Leitstand besichtigen, an dem alle Notrufe aus Kempten und Umgebung, vom entflogenen Kanarienvogel über Verkehrsunfälle bis hin zu Großbränden, eintreffen und weiter koordiniert werden. Natürlich stand auch der Fuhrpark der Feuerwehr mit auf dem Besichtigungs-Programm, und so mancher von uns ließ es sich nicht nehmen, in einem der Einsatzfahrzeuge selbst Platz zu nehmen.

Nach so viel Besichtigung musste auch mal eine Pause sein: In Meyers Ess-Bar in der Edisonstraße hatte Dolf für uns reserviert, und nachdem wir bei der Chorprobe vorher schon unsere Essens-Wünsche kund getan hatten, hatten wir auch recht schnell unseren wohl verdienten Pausensnack in Form von Wurstsalat oder Tomate-Mozzarella auf dem Tisch. Allzu viel Zeit konnten wir uns aber zur Verdauung wiederum nicht gönnen, denn schon wartete nämlich unsere letzte Station an diesem Abend.

Dies waren die Rotationsmaschinen des Allgäuer Zeitungsverlages. Nach der freundlichen Begrüßung wurden wir in zwei Gruppen durch die großen Maschinenhallen geführt, in denen gerade die Samstags-Ausgabe der Allgäuer Zeitung in Druck war. Es ist schon sehr beeindruckend, mit welchem hohen technischen und materiellen Aufwand hier in etwa 4 Stunden die 160.000 Exemplare der AZ hergestellt werden. Hält sich der Personaleinsatz beim reinen Druck in engen Grenzen, ist bei der Bestückung der Zeitung mit Beilagen und bei der Verpackung in die einzelnen Zusteller-Pakete wieder viel Menschen-Einsatz vonnöten. Diese Nachtschicht, so erfuhren wir, arbeitet erstaunlicherweise das ganze Jahr über zusammen. Am Schluss unseres Rundganges bekam jeder von uns noch eine druckfrische Oberallgäuer Ausgabe der AZ. So konnte man am Freitag schon lesen, was am Samstag in der Zeitung stehen würde.

Rechtschaffen müde bestiegen wir dann gegen 23:30 Uhr den Bus (Rothermel), der uns am Pfarrheim wieder entließ. Auch wenn sich der eine oder die andere von uns an so manchem Besichtigungspunkt mehr Zeit gewünscht hätte, war es trotzdem eine interessante Unternehmung, die Dolf auf die Beine gestellt hatte. An dieser Stelle einen herzlichen Dank unserem 2. Vorstand.